NORLANDO Public Beta!

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Neulich war ja Welttag des Buches. Und ich trug mich schon länger mit der Idee herum, ein bisschen mit den Möglichkeiten zu experimentieren, ein ganzes Buch direkt ins Netz zu stellen. Nach den Autoren des Book: A Futurist’s Manifesto gehe der Trend ja sowieso dahin. Denn nur im Netz sind Inhalte direkt verlink- und kommentierbar. Auch  der NetzVerlag Buch&Netz arbeitet darauf zu, Bücher zuallererst unter Creative Commons Lizenz ins Netz zu stellen und die Monetarisierung über andere Kanäle zu organisieren.
In der Tat finde ich als Kulturschaffender, der auch nur eine Fackel weiterträgt, die sehr viele andere entfacht haben, es prinzipiell richtig und notwendig, dass wir den aktuellen geltenden Eigentumsbegriff der Kreativarbeit hinterfragen. Denn, wie ein Namensvetter von mir bei den Piraten prägnant erläutert, sind “Eigentum” und “geistig” eigentlich ein Widerspruch; besonders augenfällig gerade  in der heutigen Überflussgesellschaft. Indes sind Buchbranche und Urheberrecht noch nicht soweit, dass sich die kostenlose Erstpubilkation im Netz auch nur irgendwie rechnen wüde. Natürlich sollten E-Book-Ausgaben für alle Plattformen sowie eine gedruckte Version die kostenfreie Netzversion ergänzen; jeweils mit einem anderen “Mehrwert” damit es auch Anreize zum Kauf gibt: komfortableres “Blättern” als im Netz, Haptik und Geruch, schönere Gestaltung, etc. Doch wer soetwas hierzulande wagt, hat zur Zeit noch kaum Chancen, auch im Literaturbetrieb wahr- geschweige denn ernstgenommen zu werden. Und da sich das Leben eines durchschnittlichen Autors auch durch Stipendien und Preise finanziert, für die oftmals mindestens ein klassisch gedrucktes Buch (in keinem Selbstverlag!) Voraussetzung ist, stellte man sich als elektronischer Self-Publishing-Autor auch hier gleich selbst ein Bein.

Deshalb möchte ich hier einmal eine Art Mittelweg versuchen. Ein Experiment mit ungewissem Ausgang, vor dem man mich auf dem Buchcamp heuer zwar gewarnt hat – aber wer nichts wagt, gewinnt auch nichts! Weiterlesen

Das Theater des 21. Jahrhunderts steht vor der Herausforderung, sich zu einer Institution zu entwickeln, in der das Internet inkorporiert ist. Ein Ort, an dem sich die immaterielle Arbeit materialisiert bzw. zeigt.
Alexander Karschnia: “Post-Performerism as a way of Life oder das Theater der Produktion des Lebens”. In: Jan Deck, Angelika Sieburg (Hg.): Politisch Theater machen. Bielefeld: Transcript, 2011, S.  100f.

Ensemble: Veronika Muran, Martin Halotta, Martine Müller-Lombard, Olaf Ludmann, Lars Popp (© Martin Halotta)

Lars am Lesetischchen im Café Salon Chocolat am 14. April 2012 (© Angelika Steiger)

Ein herzliches Dankeschön an die Mitleser Olaf Ludmann, Martine Müller-Lombard und Martin Halotta (der im Ernst behauptet, er habe “selten so gute, mitreisende, spannende, wortgewaltige Texte bei einer Lesung gehört”) sowie an Veronika Muran an der Geige – und natürlich unsere Gastgeberin Angelika Steiger.

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