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Das UNmögliche nicht einfach in das Allgemeine assimilieren, sondern es Ausstellen wie die Populärkultur. Dem UNmöglichen aber zugleich immer Form verleihen wollen wie die Hochkultur. Post-Pop-Art sozusagen - aber im Sinne einer hochkulturellen Neu-Durcharbeitung des Pop: ein Paradox, POPP-Art also. Wer es noch unverständlicher wissen will, lese diesen Essay von Friedrich Friederichsen. Mehr Informationen zum Paradox der PoppKultur gibt es hier.

Alles zu Theorie und Theater der PoppKultur findet man unter HIRN HAND HERZ der Arbeitspalette. Wer oben auf ein Bildchen klickt, gelangt direkt zu einer Inszenierung.
Bücherwürmer können sich durch die Exzerpte aus den Wechselwetterwolken fressen.
Außerdem kann man sich im UNversum bzw. der zugehörigen UNcyclopedia über diverse UNdinge informieren. Oder auch selbst über solche berichten.
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Das nächste Level des digitalen Buches

... steht in den Startlöchern.

Neulich schrieb ich einen Einwurf zur Ebook-Kontroverse, wo ich monierte, dass das Ebook aus meiner Sicht derzeit künstlerisch noch wenig attraktiv ist, wenn man nicht einfach nur Inhalte transportieren, sondern mit dem Medium auch formal spielen will. Andernorts lamentierte ich über das Dauergescrolle bei ansonsten vielversprechenden neuen Buch-Zuerst-im-Netz-Initiativen wie pressbooks oder substance.io. Denn so richtig und wichtig es mir scheint, das Bücher mehr und mehr direkt im Internet abgebildet werden bzw. dort in einer Opensource-Variante erstpubliziert werden, so sehr hänge ich auch an dem Gefühl des Blätterns, was mir zugleich auch den Text komfortabler unterteilt, als eine ewige Srollbar. Und eben auf Tablets, zu denen der Trend ja sowieso noch zunehmen wird, einfach sehr viel komfortabler zu bedienen ist.

Scheinbar stehen für beide Probleme bald Lösungen ins Haus: Nämlich einerseits epub3. Dieses bringt das epub-Format endlich auf HTML5-Höhe, womit Medieneinbindung und Formatierungsmöglichkeiten ein ganz anderes Level erreichen. Das bisherige epub2.01 lässt ja leider keine vom Autor festgelegte Schriftformatierung zu, womit es für Menschen wie mich, denen auch das Aussehen eines Textes wichtig ist, suboptimal und eher zweite Wahl nach pdf ist. Zudem ist damit keine Audio/Video-Einbindung möglich (dafür erfand man dann das "enhanced Ebook"), und werden Verlinkungen ins Netz von vielen Readern nicht interpretiert.

Der zweite Hoffnungsträger heißt CSS Generated Content for Paged Media, eine Initiative von Opera's CTO Håkon Wium Lie. Die versucht, dem Wandel hin zu Tablets auch im Webdesign entsprechend Rechnung zu tragen: vom Scrollen zum Wischblättern. Opera hat auf Basis seines Browers schon mal einen Demoreader gebastelt, der zeigt, wie's aussehen könnte.

Damit stehen aus meiner Sicht endlich die Techniken in den Startlöchern, dass das digitale "Buch" - sei es im Netz, als Datei oder beides - auch künstlerisch interessant wird. Haben sich die erstmal durchgesetzt, werden Experimente mit diesen neuen Möglichkeiten hoffentlich bald folgen. Und das Ebook vielleicht endlich doch noch einen anderen Mehrwert haben als die bloße Virtualisierung des Analogkonzepts.

Die Aufgabe

Wir wälzen. Vor uns der Gipfel. Wir sind keine Opfer unserer Verhältnisse, wir sind Subjekte! Unsere Strafe ist keine Strafe. Wir wälzen. Vor uns der Gipfel. Wir wollen das. Wir führen ein selbstbestimmtes Leben. Wir verantworten uns vor uns selbst. Wir sind selbstverantwortlich. Wir haben uns Freiheiten genommen, widersprochen. Und das auch noch performativ. Klar hat das Folgen. Wir würden auch jederzeit wieder rebellieren. Und versuchen, den Tod zu überlisten. Wir wälzen. Vor uns der Gipfel. Wir blicken nur nach vorne, nie zurück. Sowieso ist unsere Geschichte unübersichtlich.

Das UNsoziale Buch - Ein Einwurf zur E-Book-Kontroverse

Kaum ist die Buchmesse vorbei, rauscht es ganz schön im digitalen Blätterwald zum Thema E-Book. Vor allem nachdem Helge Malchow (KiWi) dem Verlags-Newcomer Amazon viel Glück wünschte.

UNbücherlisten

Ich liebe Listen. Weil sie etwas Vergebliches versuchen: Ordnung in etwas zu bringen, was sich dem doch stets entzieht. So fand ich auch die Bloggeraktion "Die neuen 100 Lieblingsbücher der Deutschen" eine schöne Idee. Wenn auch von vorneherein klar war, was sich da so an Ringeherren und Zauberlehrlingen auf den vordersten Plätzen finden würde.

Theatertoyotatollwuttext

Künstler – was die tun, kann man nicht Arbeit nennen.
(Gustave Flaubert: Wörterbuch der Gemeinplätze. Zürich. Hafmans, 1998)

Hallo, hier spricht der Autor! Damit ich auch mal für 15 Minuten hier vorkomme! Damit hier auch mal ein Mann vorkommt! Noch stellen wir schließlich die Mehrheit auch in der Kreativwerkbranche! Okay, eigentlich ja der Herr vom KBB. Künstlerisches Betriebsbüro. Also Verwaltung. Durch mich gehen eigentlich so alle Abläufe hindurch. Im Theater funktioniert das nämlich gar nicht anders als bei Toyota. Nur liefern wir nicht kontinuierlich Qualität wie die, warum auch immer. Aber was ich sagen wollte: Nebenbei bin ich eben auch wirklich kreativ! In der Verwaltung gehen ja eine Menge Geschichten durch mich durch. Und die gehen dann eben auch manchmal mit mir durch und werden zu was Kreativem. Sie haben sicher schon von mir gehört.

UNKunst

Es gab keine Parks im Stadtzentrum von Nio, Grund und Boden waren zu kostbar, sie für Annehmlichkeiten zu verschwenden. Er geriet tiefer in die breiten, glitzernden Straßen, durch die er schon so oft geführt worden war. Er kam zur Saemteneviastraße und überquerte sie hastig, da er eine Wiederholung des Alptraums vermeiden wollte. Jetzt war er im Bankenviertel. Banken, Bürogebäude, Verwaltungsgebäude. War ganz Nio Esseia so? Riesige, glänzende Kästen aus Stein und Glas, enorme, prunkvolle, überdimensionale Pakete, leer, leer.
Als er an einem Erdgeschoßfenster mit der Aufschrift Kunstgalerie vorbeikam, trat er ein, weil er glaubte, er könnte der moralischen Klaustrophobie der Straßen entkommen und Urras' Schönheit in einem Museum wiederfinden. Aber alle Bilder in dem Museum waren mit Preisschildern an den Rahmen versehen. Er betrachtete einen kunstvoll gemalten Akt. Auf einem Schild stand 4.000 IWE. "Das ist ein Fei Feite", sagte ein dunkler Mann, der lautlos an Sheveks Ellbogen auftauchte."Vor einer Woche hatten wir noch fünf. Der größte Hit auf dem Kunstmarkt seit langem. Ein Fete ist eine sichere Investition, Sir."
"Von viertausend Einheiten können in dieser Stadt zwei Familien im Jahr leben", sagte Shevek.
Der Mann sah ihn an und sagte gedehnt: "Ja, Sir, dies ist eben Kunst."
"Kunst? Ein Mensch macht Kunst, weil er muß. Warum wurde das gemacht?"
"Sie sind Künstler, nehme ich an", sagte der Mann jetzt unverhohlen unverschämt.
"Nein, ein Mann, der Scheiße erkennt, wenn er sie sieht!" Der Kunsthändler wich zurück. Als er außer Sheveks Reichweite war, sagt er etwas von Polizei. Shevek verzog das Gesicht und verließ die Galerie.

(Ursula K. Le Guin: Die Enteigneten. Bellheim: Phantasia Paperback, 2006, S. 194)

Siehe auch UNerklärliche Kunst.

ICH FINDE ES GUT, DASS IM THEATER ALLE UMSONST ARBEITEN. DA IST MAN DOCH GERNE DABEI.

>> Performance von WuWei rekorT Loew
>> Deutschsprachige Erstaufführung
>> mit Anja Bilabel, Nicole Horny, Angelika Sieburg sowie Jugendlichen Experten der Arbeit(slosigkeit) aus Gelsenkirchen, Recklinghausen, Oberhausen

>> Regie und Video: Sabine Loew
>> Ausstattung: Andrea Uhmann

>> Text und Konzept: Steffen& Lars Popp, Heike Kortenkamp, Ensemble

>> Produktionsdramaturgie und kulturpädagogische Leitung: Heike Kortenkamp
>> Sound: Oliver Augst und Marcel Daemgen
>> Produktion: Angelika Sieburg und Heike Kortenkamp
>> Organisation: Hartmut Nawin-Borgwald
>> Premiere am 22.09.11 im Studio des Künstlerhauses Mousonturm Frankfurt >> Weitere Vorstellungen: 23.-25.09. / 27. und 28.09. Ka.3 Re/Init e.V. Recklinghausen / 16.-19.11. beim Festival „Werktage“ (im Doppelpack mit dem "Ameisenreport" von scharpff & team) in den Landungsbrücken Frankfurt //

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Zur Bildergalerie [© Alexander P. Englert]

UNunterbrochen das Universum ändern

Auch ein schönes Beispiel für meinen neuen tag "Realexistierender Fiktionalismus":

Wenn ich jetzt die Vernetzung in ein globales, nein, ein universales Verhältnis setze, ich bin vernetzt mit dem Universum, als, jetzt werde ich, wie sie sehen, das Universum ändern. [Dreht an seiner Uhr.]
Haben Sie gesehen: anderes Universum, anderes Universum. Wenn man das versteht, daß man ununterbrochen das Universum ändert, fühlt man sich ganz anders - im Universum. Dann ist es das Opfer und nicht ich...

Aktienkurse im Ereignishorizont des Sommerlochs!

Qualitätsjournalismus - und die Folgen. Liest du hier.

--- Update am 18.08.

Georg Seeßlen hat es auch gerade sehr schön im Freitag gesagt:

Statt Fakten werden einfach Nachrichten geschaffen, die schaffen dann schon die Fakten.

Im Medienkapitalismus kann am Ende eine Wirtschaftskrise durch eine Nachrichtenkrise ausgelöst werden. Zum Beispiel durch das Zusammentreffen von Bundesligapause, Schlechtwetter und ausbleibenden Terroranschlägen.

UNKontrolle

Schreiben bedeutet Kontrolle. Aber gleichzeitig geht es auch darum los zu lassen, denn wunderbare Dinge geschehen während man schreibt. Du weißt nicht, was als nächstes passiert. Dafür musst Du es außer Kontrolle geraten lassen. Wenn man es völlig kontrolliert, wenn man es durchplant, stirbt es. Dann hat es keine Seele. Es wird zu einem leblosen Ort. Darum liebe ich es zu schreiben. Ich möchte wissen, was als nächstes passiert.

(Mark Z. Danielewski, siehe hier.)

 

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