Sammlung von Newsfeeds
Happy Sysadmin-Day
Heute ist der Sysadmin-Day. An diesem Tag darf und sollte man sich bei allen Systemadministratoren bedanken, die das Internet und unsere jeweiligen Infrastrukturen am laufen halten. Daher: Danke! Zum weiteren Dank darf man den Keller durchlüften und bei Bedarf eine Höhensonne installieren (lassen).
Um zu verstehen, was Sysadmins täglich machen, eignet sich dieser Ausschnitt aus der vierten dritten Staffel der IT-Crowd, wo das Internet handlich präsentiert wird (Auf englisch ist das viel etwas cooler, aber da gibts nur den ersten Teil der Story.):
Hinweise des Tages (2)
Vorratsdatenspeicherung in 6 EU-Staaten nicht umgesetzt
Der Glückwunsch des Monats geht an Österreich, das gerade vom Europäischen Gerichtshof verurteilt wurde, weil es die Vorratsdatenspeicherung noch nicht umgesetzt hat.
Bereits im Februar konnte man Schweden zu dem EuGH-Urteil gratulieren, 2009 schon Griechenland und Irland. Gegen Luxemburg wurde im Juni ein Verfahren eingeleitet. Die Lage sieht damit laut EU-Kommission so aus:
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt haben sechs Mitgliedstaaten, Luxemburg eingeschlossen, die Richtlinie noch nicht umgesetzt. Ende 2009 und im Februar 2010 entschied der Europäische Gerichtshof, dass Irland und Griechenland einerseits und Schweden andererseits gegen das EU-Recht verstoßen haben. (…) In Rumänien wurde das einzelstaatliche Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie vom Verfassungsgericht für verfassungswidrig erklärt. In Deutschland wurde ein ähnliches Urteil verkündet; gegen Ungarn ist ebenfalls ein Verfahren anhängig.
Nicht so schlecht, sollte man meinen. Jetzt kommt es darauf an, dass die Evaluierung der gesamten EU-Richtlinie, die im Herbst ansteht, objektiv verläuft und dort nicht nur die Sicherheitsbehörden Lobbyarbeit machen. Es gibt zwar immer wieder Einzelfälle, wo die Speicherung bei der Aufklärung von Straftaten geholfen hat, aber statistisch fällt das überhaupt nicht ins Gewicht.
Politischer Druck für mehr Datenschutz in der EU ist natürlich ebenfalls wichtig. Die Abschaffung der Vorratsdatenspeicherung ist daher eine der zentralen Forderungen der “Freiheit statt Angst”-Aktionen in ganz Europa am 11. September.
10 Jahre Safe Harbor – viele Gründe zum Handeln, kein Grund zum Feiern
Am 26. Juli jährte sich zum zehnten Mal der Jahrestag des “Safe Harbor”-Abkommens, was den Datenaustausch zwischen EU und USA regelt immer mehr in der Kritik steht, weil Unternehmen wie Facebook oder Google in den USA viel mehr mi den Daten von EU-Bürgern anstellen dürfen, als Unternehmen mit Sitz in der EU. Das Unabhängige Landesdatenschutzzentrum Schleswig-Holstein kritisiert zum zehnten Geburtstag daher das Abkommen und fordert die sofortige Kündigung: 10 Jahre Safe Harbor – viele Gründe zum Handeln, kein Grund zum Feiern.
Der Kommentar des ULD-Leiters Thilo Weichert zum 10. Geburtstag: „Aus Datenschutzsicht könnte es nur eine Konsequenz aus den bisherigen Erfahrungen geben – Safe Harbor sofort zu kündigen. Wegen der engen wirtschaftlichen Beziehungen traut sich hierzu in der EU aber scheinbar niemand. Das Mindeste wäre, von den USA kurzfristig zumindest den formellen Nachweis für die Durchsetzung der Safe-Habor-Grundsätze zu fordern. Umgehend muss mit den USA in Verhandlungen eingetreten werden, um die Grundsätze zu überarbeiten und effektiv zu machen. Allein im Internet tummeln sich Hunderte von US-Firmen, unter ihnen Google und Facebook, die für sich – nicht überprüfbar für die Betroffenen und die europäischen Datenschutzbehörden – Safe Harbor reklamieren, und die sich so für befugt erklären, die Daten von Millionen von EU-Bürgerinnen und -Bürgern zu verarbeiten und damit viel Geld zu verdienen.“
Dem schließen wir uns an: Kündigen und neu verhandeln, um unsere Datenschutzrechte besser zu sichern.
NPP095: Peter Sunde über Flattr
Wir hatten heute Peter Sunde von Flattr zu Besuch im Büro und haben einen Netzpolitik-Podcast aufgezeichnet. Im Vorfeld hatten wir über Twitter gefragt, welche Fragen wir noch stellen sollten. Dabei sind eine Menge Fragen eingegangen, die wir im Interview auch genutzt haben. In dem Gespräch geht es nur um Flattr, was die Idee ist, wie die Firma entstand und wie Flattr heute genutzt wird. Die Idee von Flattr entstand schon vor einigen Jahren. Peter Sunde bastelte bereits um 2005 ein System, was im vergangenen Jahr als Basis von flattr.com genutzt wurde, aber letztendlich wurde das System in den vergangenen Monaten vollkommen neu programmiert.
Im Moment gibt es rund 25.000 Nutzer in der Closed-beta. Eine offene Beta-Version war ursprünglich für Juni geplant, aber Peter sieht jetzt realistisch eher “Ende des Sommers” an. Die meisten Nutzer kommen aus Deutschland. Warum das so ist, kann man im Moment nur spekulieren, was wir dann auch tun. Sicherlich spielt es eine Rolle, dass viele bekannte Blogs früh eingestiegen sind und ersten Zeitungen wie freitag.de und taz.de selbstständig ohne Rückfrage bei Flattr den Dienst einsetzen.
In dem Gespräch unterhalten wir uns auch darüber, welche Daten Flattr erhebt und speichert (Nicht viele), wie die oft vorgebrachten Datenschutz-Bedenken bei der Weiterentwicklung berücksichtigt werden und was mit unseren Daten passiert, wenn Flattr mal weiterverkauft wird. Und welche Payment-Systeme noch geplant sind. Banküberweisungen sind zumindest eingeplant. Den Grund für 10% Transaktionskosten bei einer Flattr-Nutzung erklärt Peter auch: Das sei vor allem psychologischen Gründen geschuldet. Von 10% könnte man einfacher runtergehen als mit wenig zu starten und die Kosten später erhöhen zu müssen. Eine Herabsetzung sei geplant, ein konkretes Datum wollte Peter aber leider nicht nennen. Übrigens scheint das gerne vorgebrachte Vorurteil nicht zu stimmen, dass bei Flattr nur Blogger untereinander Geld herschieben. 60% der Flattr-Nutzer, die Geld eingezahlt haben und somit aktiv sind, nutzen Flattr nicht, um Geld zu erhalten, sondern geben nur.
Interessante News: Die Hälfte der Ausgaben bei Flattr wurden bisher in Rechtsanwälte gesteckt, um die unterschiedlichen Rechtssysteme berücksichtigen. Im Moment beschäftigt Flattr sechs Vollzeit-Kräfte in Malmö (Schweden), dort würde man auch sofort weitere zehn PHP-Programmierer einstellen.
Dies und noch viel mehr gibt es in 45 Minuten Netzpolitik-Podcast Folge 095 und das Gespräch liegt als MP3 und OGG auf dem Server.
SWIFT-Abkommen entspricht nicht EU-Datenschutzniveau
Als das Europaparlament diesen Monat das SWIFT-Abkommen beschlossen hat, verkauften dies Sozialdemokraten und Liberale als großen Erfolg für unsere Bürgerrechte und Datenschutz. Unser Bundesdatenschutzbeauftragter Peter Schaar sieht dies nicht so und hat heute wieder eine Pressemitteilung veröffentlicht, weil übermorgen das Abkommen in Kraft tritt:
“Auch das nun geschlossene Abkommen entspricht nicht dem durch die EU-Grundrechtecharta und die EG-Datenschutzrichtlinie vorgegebenen Datenschutzniveau. Unverzichtbare und bewährte Standards werden unterlaufen.” [...] Für pikant halte ich es, dass ausgerechnet Europol darüber wachen soll, dass nicht zu viele Daten in die USA übermittelt werden, also eine Behörde, die von den US-Diensten mit den aus dem Datenbestand gewonnenen Erkenntnissen versorgt werden soll. Zwar sieht das Abkommen eine Kontrolle der Verarbeitung in den USA durch unabhängige Prüfer vor, von denen einer durch die Europäische Kommission benannt werden soll. Diese Prüfer haben jedoch nur eng begrenzte Kontrollbefugnisse. Bei Verweigerung der Auskunftserteilung erfahren weder der Betroffene noch sein nationaler Datenschutzbeauftragter im europäischen Heimatland, ob und gegenbenenfalls weshalb jemand in dem US-System gespeichert ist.
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