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Bühnenverein hält Publikumsprognosen für Klassikveranstaltungen spekulativ
Hinweise des Tages
Opernsängerin Bartoli singt in Dresdner Frauenkirche
Nackt aber sicher? Wie viel Sicherheit verträgt die Demokratie?
Quarks & Co berichtet am Dienstag Abend im WDR-Fernsehen über “Nackt aber sicher? Wie viel Sicherheit verträgt die Demokratie?”
Bringen immer neue Scanner tatsächlich mehr Sicherheit? Oder geben wir die Freiheit auf, die wir eigentlich schützen wollen? Als Gäste im Quarks & Co-Studio: der Psychologe Thomas Kliche. Er erklärt warum die Angst unser Verhalten bestimmt. Und der Soziologe Andrej Holm. Er wurde als Terrorist verhaftet, bis der Bundesgerichtshof den Haftbefehl aufhob.
Die Sendung gibts wohl anschließend im Podcast.
Datenspuren im Internet – Was schützt uns vor Missbrauch?
Im Deutschlandradio Kultur lief am Freitag in der Sendung Wortwechsel eine Diskussion über “Datenspuren im Internet – Was schützt uns vor Missbrauch?”
Diskutiert haben:
Andreas Bogk – Geschäftsführer Chaos Computer Club
Bernd Carstensen – stellv. Bundesvorsitzender des Bund Deutscher Kriminalbeamter
Thomas Mosch – Bitkom, Geschäftsleiter Bereich Politik und Recht
Peter Schaar – Bundesdatenschutzbeauftragter
Sie verfügen über riesige Datenbanken, doch niemand weiß genau wie Namen, Adressen und Bilder im Internet miteinander verknüpft werden. Die Bundesverbraucherschutzministerin warnt vor der Marktmacht der IT-Firmen: “Sie wissen, wofür wir uns interessieren, was wir kaufen, wohin wir verreisen, mit wem wir befreundet sind.” Branchenriesen wie Facebook, Google oder Microsoft könnten im Internet ganze Persönlichkeitsprofile erstellen. Der Bundesinnenminister greift Forderungen der Netz-Community auf. Sein Haus prüft die Einführung eines Datenbriefs, in dem Firmen und Behörden die Bürger über gespeicherte Daten informieren sollen. Die Kanzlerin hingegen setzt auf die Eigenverantwortung der Nutzer. Wer im Netz unterwegs ist, sollte “nicht allzu freizügig” mit seinen Daten umgehen, sagt die Regierungschefin.
Wie gefährlich ist das World Wide Web? Sollten künftig alle Unternehmen allen Nutzern mitteilen, welche personenbezogenen Daten gespeichert sind und was damit geschieht? Brauchen wir einen Internetstaatsminister, wie es der IT-Branchenverband Bitkom fordert? Wie geht es weiter, nachdem das Bundesverfassungsgericht das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung von Telekommunikationsdaten für verfassungswidrig erklärt hat?
Der Datenbrief: Vielleicht doch keine so gute Idee?
Ich würde gerne schreiben, dass die Argumente gegen den Datenbrief des CCC in diesem Blogbeitrag allesamt kompletter Unsinn sind. Dann müsste ich euch aber anlügen. Das will ich nicht:
Probleme:
# nur ein Teil der Unternehmen hat überhaupt eine aktuelle Adresse an die die Daten geschickt werden können. Ein großer Teil der Datenbriefe wird daher nicht an die jeweils aktuelle Anschrift gesendet sondern z.B:
- an die Anschrift der Eltern
- an frühere Anschriften, z.B. ins Studentenwohnheim
- an Ex-Frauen, Ex-Männer und Ex-Lebenspartner
- an irgendwelche anderen Anschriften die man einmal angegeben hat: Freunde, Firmenadressen usw.
d.h. hochsensible und persönliche Daten von Millionen von Menschen werden auf Gut Glück quer durch Deutschland versandt. Ein großer Teil wird wohl nicht beim bestimmungsgemäßen Empfänger landen
# insbesondere die kleinen und mittleren Unternehmen können sich einen Versand per Brief nicht leisten. Ein kleiner Internetshop mit täglich 10 Neukunden hat nach 10 Jahren Daten von ca. 36500 Kunden gesammelt. Geht man von Kosten von nur einem Euro pro Datenbrief aus (Personal, Porto, Briefpapier, Toner, Briefumschläge), ergibt das 36500 EUR. Das dürfte wohl in etwa dem entsprechen was dem Shopbetreiber jährlich nach Abzug der Steuern zum Leben bleibt. D.h. er kann seinen Laden dicht machen.
# um die Kosten zu senken und die Briefeflut möglichst gering zu halten, wird der Versand der Datenbriefe wahrscheinlich von Dienstleistungsunternehmen übernommen werden. [...] D.h. alle Daten die bisher dezentral bei Unternehmen gespeichert sind, werden zukünftig bei wenigen Dienstleistern zentral zusammengeführt. [...]
Oben seht ihr nur einen kleinen Ausschnitt. Im verlinkten Blogbeitrag gibt es noch weitere Punkte und ein paar Beispiele. Frank Rieger (Ist doch noch CCC-Sprecher, oder?) meint gerade, die Einwände seien konstruiert. Bei einigen trifft das sicher zu. Andere könnten für den Datenbrief durchaus zum showstopper werden.
Sei’s drum. Lesenswert und diskussionswürdig ist der Artikel allemal.
Leicht hysterisch, politischen Interessen geschuldet und überhaupt nicht nachvollziehbar
Ein passendes Zitat zur politischen Stimmungmache rund um die Vorratsdatenspeicherung liefert der Wissenschaftler Hans-Jörg Albrecht im aktuellen SPIEGEL:
“Total überrascht” über die Diskussion um Sicherheitslücken und angeblich nicht mehr aufklärbare Straftaten ist der Chef des Max-Planck-Institus für ausländisches und internationales Strafrecht in Freiburg, Hans-Jörg Albrecht. Er hält sie für “leicht hysterisch, politischen Interessen geschuldet und überhaupt nicht nachvollziehbar”. Die aktuelle “Panikstimmung” sei “durch keinerlei Hinweis aus Forschung und Praxis belegt”, sagt er.
Neuer Lawrence Lessig – Talk
Lawrence Lessig hat bei TEDxNYED einen Kurzvortrag über Konservative, Liberale, Offenheit und Freiheit gehalten.
Talk given at TEDxNYED March 6, 2010. A bit about what conservatives can teach the free culture movement. Playful. Remember.
37cc – Free! Music! Week
Die Musikpiraten veranstalten vom diese Woche die Aktion “37cc – Free! Music! Week“. Morgen gehts los.
Sieben Tage, sieben Nächte, sieben Bands – 37cc, so lautet das Motto der ersten Free! Music! Week vom 8.3.2010 bis zum 14.3.2010. Das Konzept ist simpel: Jeder, der daran teilnehmen möchte, präsentiert jeden Tag eine Band, die ihre Musik unter einer Creative Commons-Lizenz veröffentlicht. Damit auch der Rest der Welt etwas davon mitbekommt, werden die Beitäge per Twitter und identi.ca mit dem Hashtag #37cc verbreitet und zusätzlich per Trackback oder Pingback auf musik.klarmachen-zum-aendern.de eingetragen.
Was bis 18 Uhr bekanntgemacht wurde, fliesst in den Tagesbericht ein, am Ende der Woche gibt es dann den Gesamtüberblick, was alles vorgestellt wurde. Mit dieser Aktion sollen also nicht nur die Bands selber, sondern auch die zahlreichen Musikblogger im Netz bekannter gemacht werden. Denn kaum jemand würde es ablehnen, freie Musik zu hören, aber den meisten fehlen einfach Wegweiser durch die schiere Masse an Werken. Die Free Music Charts sind zwar schon eine sehr gute Hilfe bei der Suche durch das Dickicht, aber eine Woche geballte Empfehlungen werden mit Sicherheit neue Einblicke verschaffen.
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