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Agentur für Zeitverschwendung – Zweigstelle Offenbach

NEUERÖFFNUNG AM WILHELMSPLATZ!
WERDE DEIN EIGENER ZEITVERSCHWENDUNGSCHEF!
KEINE ANGST, SIE VERPASSEN NICHTS!

Ein Gespenst geht um, nicht nur in Europa: das Gespenst der Zeit. Gehen wir mit der Zeit um oder geht die Zeit mit uns um? Die geheimagentur jedenfalls behauptet:

Zeit ist KEIN Geld!

Sie kann nicht gespart oder angehäuft werden. Sie hat ihren Wert nur in der Verschwendung.
Wann hast Du das letzte Mal genussvoll Sekunden gezählt oder den Bus verpasst, weil Du ihn verpassen wolltest? Und überhaupt: Wie wird aus Zeitverknappung Zeitfülle?
Ab diesen Freitag, 19. August kann im Rahmen der Ausstellung „Hidden View“ in der neuen Zweigstelle der Agentur für Zeitverschwendung am Offenbacher Wilhelmsplatz bist zum 16. Oktober Zeit verschwendet werden. Auch eine Übernachtung ist möglich! Einfach vorbeikommen, Schlüssel am Markthäuschen abholen und los geht’s! Die geheimagentur freut sich über jeder Zeitverschwendungsspur, die hinterlassen wird … Und gerne: weitersagen!

Presse

Artikel im SCHIRN MAG: Zwei Monate, zwölf Künstler und sechs verschiedene Orte
Artikel in der FR: Einfach Zeit verschwenden
Video von RTL HESSEN: Open-Air Kunst in Offenbach
Video von RHEINMAINTV: Geschichte in versteckter Kunst

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Die Aufgabe des Theaters

Lesen!:

Das Theater soll uns in bester Biedermeier-Tradition ein ideales Leben vorspielen und uns das Gefühl geben, daran teilzuhaben. Dieses nur notdürftig kaschierte Kuschelbedürfnis hat sich absurderweise auch längst in jenes Theater eingeschlichen, das den Anspruch hat, ein politisches zu sein.
Das Theater unserer Tage macht sich der Politik ähnlich, anstatt diese zu unterlaufen oder gar aus der Position der Autonomie, des riskanten Experiments, vielleicht auch des Scheiterns heraus ganz neue Horizonte aufzuzeigen und so andere Lösungsansätze zu entwickeln. Bloß keine Unschärfe. Und schon gar keine Ironie. Keine Verunsicherung. Alles soll seine Richtigkeit haben und gut und nützlich sein. Das Theater als Fortsetzung des Leitartikels.(…)
Meine Strategie war stets, dass der Kritisierende sich selbst ins Zentrum der Kritik stellen muss, um glaubwürdig zu sein.(…)
Wir sind Ödipus. Egal wie kritisch wir uns mit den Ursachen der Pest auseinandersetzen, wie sehr wir dagegen sind und wie schön wir dies in einem einfachen Hauptsatz formuliert kriegen: Wir sind es selbst! Sich dieser Erkenntnis auszusetzen und damit umzugehen, wäre die Aufgabe des Theaters. Ohne sich hierzu zu verhalten, wird kein zeitgenössisches Theater wirklich politisch und aufrichtig sein.
Nicolas Stemann: Wir sind Ödipus. Überlegungen zum politischen Theater der Gegenwart