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Das UNmögliche nicht einfach in das Allgemeine assimilieren, sondern es Ausstellen wie die Populärkultur. Dem UNmöglichen aber zugleich immer Form verleihen wollen wie die Hochkultur. Post-Pop-Art sozusagen - aber im Sinne einer hochkulturellen Neu-Durcharbeitung des Pop: ein Paradox, POPP-Art also. Wer es noch unverständlicher wissen will, lese diesen Essay von Friedrich Friederichsen. Mehr Informationen zum Paradox der PoppKultur gibt es hier.

Alles zu Theorie und Theater der PoppKultur findet man unter HIRN HAND HERZ der Arbeitspalette. Wer oben auf ein Bildchen klickt, gelangt direkt zu einer Inszenierung.
Bücherwürmer können sich durch die Exzerpte aus den Wechselwetterwolken fressen.
Außerdem kann man sich im UNversum bzw. der zugehörigen UNcyclopedia über diverse UNdinge informieren. Oder auch selbst über solche berichten.
Gäste können - unter Angabe der Email - kommentieren. Wer sich (unten links) registriert, kann darüberhinaus selbst UNartikel verfassen.


SOMMER 09

Liebe PoppKameraden,

endlich ist jemand auf die Existenz des UNversums aufmerksam geworden! Und kein Geringer: Bubblegeneration-Ökonom Umair Haque hat in einem Artikel auf harwardbusinnes.org den schönen Begriff "unnovation" geprägt. Demnach bedeute echte Innovation, die ja mittlerweile von jedem behauptet wird, der mit irgendwas irgendwie Geld verdienen will, einen authentischen, nachhaltigen Wohlfahrtsgewinn für alle. "Do stuff that matters" nennt Haque das in Kurzform und muss konstatieren: "Unfortunately, much of what our economy produces today isn't innovative - it's unnovative." Endlich traut sich jemand laut auszusprechen: Autos, Finanzprodukte, Windows - alles unnovativ! Umso bedenklicher, dass im Moment ein hysterischer Kulturkampf um das innovationsfreudige Internet und das E-Book entbrannt ist, nachzulesen u.a. hier. Statt aber sich Gedanken darüber zu machen, wie die Wissens- und Kultur-Arbeiter, die wir alle doch (klamm)heimlich immer mehr werden, in der neuen Medien-Zukunft an ihr Einkommen kommen sollen, versucht man panisch die alten Regularien zu verteidigen (oder eben Zensur-Schranken aufzustellen), obwohl sie durch die Dynamik des Netzes längst unumkehrbar unterlaufen sind. Derweilen sind andere schon wieder einen Schritt weiter und erfinden mit dem All-In-One-Messaging Tool "Wave" mal eben den gesamten Komplex der Kommunikations-/Filesharing-/Textproduktions-Netzwerke neu. Schade, dass wir soetwas noch immer der Datenkrake Google überlassen. Dabei ist es doch eigentlich simpel: "more substance, and less hype", wie Haque sagt. Dann klappts vielleicht auch wieder mit der süssen Nachbarin economy. Muß ja nicht gleich ne Liebesheirat werden.

Dem Thema entsprechend winkt das Theater Trier weiter mit dem Zaunpfahl der Kunst, deren Verstörung etablierter Sichtweisen am Anfang jeder echten Innovation steht: noch sechs mal wird "KUNST" von Yasmina Reza im Studio gespielt, bevor am 03.07. die 50. Jubiläumsvorstellung zu feiern ansteht.

KUNST --------------------------------------------------------------------

Stück von Yasmina Reza
mit Klaus-Michael Nix, Paul Steinbach, Tim Olrik Stöneberg
Licht: Klaus Pahlke, Kostüme: Carola Vollath
Premiere: 29.09.07 im Studio des Theaters Trier
Letzte Vorstellungen in dieser Saison: 03., 06., 10., 16., 24. und 27.06. / 03.07. (50. Vorstellung!)
20.00 Uhr

Eine Katastrophe wegen einer weißen Holzspanplatte: Serge hat sich ein
Monochrom - ein völlig weißes Bild - gekauft. Marc wittert hinter
dieser Investition keine Kunstleidenschaft, sondern bestenfalls
dekadente Allüren - und somit das Schlimmste, was einer Freundschaft
passieren kann: Unehrlichkeit. Yvan wird als dritter im Bunde immer
tiefer in den nun aufflammenden Konflikt hineingezogen. Während ein
Kampf um persönliche Ideale entbrennt und das leere Bild zum Auslöser
absurdester Boshaftigkeiten wird, steuert die langjährige Freundschaft
scheinbar unweigerlich einer Katastrophe entgegen ...

mehr Infos hier oder beim Theater Trier.

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Vorschau:

Die Geheimagentur und ihre Gäste laden Ende August zum Internationalen Sommerfestival auf Kampnagel Hamburg dazu ein, Tourismus als verschwenderische Wirtschaftsflucht zu betrachten und lassen alle Daheimbleiber an ihren in Lampedusa, Reykjavik, Vietnam und Sonnenstrand erprobten subversiven Erholungsstrategien teilhaben. Mehr dazu beim nächsten Mal.

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Mit dem kleinen Krisen-Trost, dass Not bekanntlich erfinderisch macht, grüßen,
Steffen und Lars Popp

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