NORLANDO
Roman.
Neujahr Zweitausendeins: Erwachen im alten Kinderzimmer bei den Eltern. Bilder tanzen auf öligem Wasser. Auf der Zunge Geschmack von Ameisenkot. Im Spiegel Das Bildnis des Dorian Gray. Gänsehaut. Blaugelbe Muster auf die Lenden gestickt. War er doch noch standhaft geworden, hatte den Sieg nach Hause getragen?
Unerwartetes Begehren nach warmer Haut. Wer war Urischka. Das Weib ist die Quelle, das Zufallsprinzip, der Schmetterlings-Flügelschlag im deterministischen Universum: Eine verteilt einen Korb & verändert schon den Lauf der Geschichte.
Roland Iobst, Vollzeit-Intellektueller, aber im Leben erfolglos (weil „besser im Aufhören als Anfangen), wagt einen erneuten Annäherungsversuch an seine Jugendliebe Carola – und erlebt endgültig sein Waterloo. Grund genug, sich wieder in seine Gedankenspiele zu flüchten. Die wachsen sich zu einer Spurensuche in der deutschen Literatur aus, die immer tiefer in die Vergangenheit eines großen Mysteriums vorstößt. Bald spielen nicht nur Karl der Große oder die französischen Katharer-Ketzer tragende Rollen – es werden auch merkwürdige Geheimbünde und Doppelgänger, Laurel&Hardy, Contergan-Zwillinge und obdachlose Kentauren auf Roland aufmerksam. Eine Lawine der Ereignisse wirbelt Fakt und Fiktion durcheinander: bis zur Konfrontation mit einem unvermuteten Gegner.
Eine Satire auf enzyklopädische Geistesmenschen-Paranoia und den Verzweiflungskampf gegen die lauernden Versuchungen des Fleisches, zugleich Chronik des Krisenjahrs 2001 und fabulös-phantastische Feier der Literatur, die, nicht unberührt von den medialen Umbrüchen des Computerzeitalters, weiterhin ihre kulturtechnische Stellung zu verteidigen sucht. Ein Stück deutsche Zeitgeschichte und Lebensgefühl am Beginn der Nuller Jahre wird festgehalten und eine Übergangsgeneration porträtiert, die sich als zwischen intellektueller Esoterik und konsumistischem Karrieredenken gespalten erfährt - und doch nur eine eigene Aufgabe zu finden versucht.
NORLANDO hat einen Umfang von ca. 410 Normseiten und ist Teil einer losen Trilogie, die sich mit den Auswirkungen der Digitalisierung/Vernetzung auf unser Leben und unsere mediale Wahrnehmung der Wirklichkeit um die Jahrtausendwende beschäftigt.
Interessierte Verlage können das vollständige Manuskript bzw. ein Exposé mit weiteren Leseproben gerne hier bei mir anfordern.
Bisherige öffentliche Lesungen aus dem NORLANDO:
- Berlin, Bibliothek am Wasserturm, in der Endausscheidung zum 8. Literaturpreis Prenzlauer Berg 2005
- Coburg, Gaststätte Münchner Hofbräu, Cross Art e.V., Juli 2004
- Coburg, Stadtbücherei, Festival Plakatieren Verboten, Pfingsten 2003
- Gießen, Winter 2002, Festival ATWentskalender
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