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DIE VERWERFUNG

Roman.

Das Weiß. Weithin klaffend unter ihnen, bis an den Rand ihres Sehkreises, seitdem sie den Polar­kreis pas­siert hatten, stechend in der Retina mit seinem hohen Anteil an Ultraviolett. Manch­mal brach es sich an einer Bewegung der Luft oder einer Kante des transantarktischen Gebirges und blendete das Auge mit einem Regenbogen-Auf­blitzen des Spektrums.
Sie sagte, dass es die Zeit selbst sei, die hier über die Jahrtausende die Ausläufer des weißen Gebirges geschaf­fen habe. Nicht als geophysischen Prozess, son­dern als ein Anstürmen ge­gen eine unsichtbare Grenze, als verzweifeltes Aufbäumen/Weh­klagen über das Schwinden ihrer Macht in Richtung des Pols.
–Das Weiß. Welchen Klang hat es für dich?
–Sehr viele sehr hohe Obertöne.

Melchior, ein junger Polizei-Photograph, erwacht irritiert in seinem Appartement. Da war dieser Flugzeugabs­turz. Er hatte einen besonde­ren Ausflug geplant: die Umkreisung des Mount Erebus, des südlichsten ak­tiven Vul­kans der Erde. Doch etwas ließ den Privat-Jet gegen den Berg prallen. Elena, Film-Starlet und Mel­chiors frischgeba­ckene Frau, ist dabei ums Le­ben gekommen. Wenn er sich nur erinnern könnte, was seitdem gesch­ah. Seine Gedächtnis-Streifzüge durch die Stadt jedenfalls bringen nur die Erkenntnis, dass um ihn herum immer mehr Men­schen ver­schwinden. Bis ihm eine Kamera in die Hände fällt, die vielleicht nicht nur die Wahrheit ans Licht bringen, sondern sie auch verändern könnte.

Eine uns nicht besonders ferne dystopische Stadt, die von Bilder-Spektakeln, Über­wachung, Hollywood-Ikonograp­hie und Porno beherrscht wird; in der im Hinter­grund Kriegssze­nen und Gewalt ungezeigt bleiben – und die mentale Projektions-Landschaft bildet für die Erinnerungsarbeit des Protagonisten an eine verzweifelte amour fou, die in einer Katastrophe endete.
DIE VERWERFUNG hat einen Umfang von ca. 207 Normseiten und ist Teil einer losen Tri­logie, die sich mit den Auswirk­ungen der Digitalisie­rung/Vernetzung auf unser Leben und unsere mediale Wahr­nehmung der Wirk­lichkeit um die Jahrtausend­wende beschäftigt.


Auszug als PDF

Interessierte Verlage können das vollständige Manuskript bzw. ein Exposé mit weiteren Leseproben gerne hier bei mir anfordern.

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