Corpus Callosum
Wie früher Geister kamen aus Vergangenheit
So jetzt aus Zukunft ebenso
Klagend, beschwörend, lähmend und ungreifbar
Einzig bestehend aus Stoff seines eignen Geists
Seiner Furcht zuvorderst, denn immer Furcht
Zeigt an, was kommt, direkt vom Aug
Geht ein Strang zur Furcht.
(Bertold Brecht: Der Untergang des Egoisten Johann Fatzer. Bühnenfassung von Heiner Müller. Leipzig 1994, S.73.)
Laut Wikipedia-Eintrag ist das "Corpus callosum (lat. corpus „Körper“, callus „Schwiele“) oder der Balken eine große, quer verlaufende Verbindung (Kommissur) zwischen den beiden Hirnhemisphären des Großhirns. Es gehört zur weißen Substanz und besteht beim Menschen aus rund 250 Millionen Nervenfasern."
Corpus Callosum ist außerdem der Sammelname für einen literarischen Textkörper, der sich in seiner Tiefenstruktur mit mit den Auswirkungen der Digitalisierung/Vernetzung auf unser Leben und unsere mediale Wahrnehmung der Wirklichkeit (in den drei Zeichensystem Bild/Text/Ton) um die Jahrtausendwende herum beschäftigt.
Corpus Callosum besteht als Trilogie aus den drei durch diesen thematischen Überbau lose miteinander zusammenhängenden Romanen von Lars Popp:
- Norlando
- Die Verwerfung
- Haus der Halluzinationen
Evtl. könnte es irgendwann hier ein viertes Areal des Corpus Callosum geben, das ganz auf kolaborativen und assoziativen, nichtlinearen Internet-Text ausgerichtet ist.















