popp-ART

popp heißt das pop-paradox leben
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mai-jun.doc (12)

Man mußte hier weg & mit Oliver reden. Hatte er vielleicht wirklich jemandem von Rolands Spinnerei­en erzählt? War er vielleicht doch Teil eines großen Komplotts gegen Roland?
Ich werde Sibylles Rat in den Wind schlagen. Schließlich war man Schuld an ihrem Auffliegen. Hätte man nur die Be­deutung der Karte rascher entschlüsselt & sich nur nicht so auffällig verhalten, in der Mé­diathèque & als man nach ihr suchte...
Dabei hatte sie ihm einen zweiten Hinweis zukommen lassen, dem vom Anlaß & Grund. Ja, er mußte von ihr stammen & nicht von Vei­tinger. Nur ein Carola-Double konnte diesen Vergleich kennen – sie hatte sich nur seinen Namen geliehen.
Raouls Interpretation war also nicht die einzige – es gab nicht nur Anlaß & Grund für seinen Südfrankreich-Aufenthalt, son­dern auch An­laß & Grund für Veitingers Anruf. Er hatte das Ge­spräch damit eröff­net, daß er über das Netz an die Nummer geraten sei, denn man hatte dort ja Werbung für Past&PR gemacht. »Suche dann in einem großen Archiv.« Sie hatte mich auf das Netz hinweisen wollen.
Noch einmal werde ich sie nicht enttäuschen.

Am nächsten Morgen verließ man die beiden, stieg in den Zug nach Montpellier & nahm von dort den ersten Flieger in die Hauptstadt. Hans-Dietrich Genscher hatte inzwischen als Schlichter mit historischer Erfahrungsmacht die Debatte um die Pilotengehälter der Lufthansa be­endet: sie erhielten einen zwölfprozentigen Zu­schlag – zweihundert­dreißig Millionen.
Man war kein Anhänger von langen Verabschie­dungen, hatte sich mit den Zwillingen wortlos über die Schulter umarmt. An­dernfalls hät­ten sie wohl auch ziemlich komisch ausgesehen: auf das gesunde linke & rech­te Bein gestützt, den gesunden rechten & linken Arm gehoben – ein Muster wie ein gefaltetes Tintenklecksbild in einem Rohrschach­test. Bis zuletzt hatten sie miteinander gestritten, ob sie einen ziehen lassen sollten.
–Sie sollten sich ein Haustier anschaffen: zur Über­windung ihrer Meinungsverschiedenheiten.
–Wenn man sie im Gegenzug ir­gendwie an dem Fort­gang der Ge­schichte teilhaben ließe…
Man hatte auf Muhammadmusa geklopft & genickt.
Erst beim Auspacken bemerkte man den antiquarischen letz­ten Band der Alif laila wa laila, der Geschichten aus tausend&einer Nacht, & darin die Nachricht:

»Lieber Roland,
vielleicht helfen die Erzählungen der Scheherazade dir ja dabei, deine schneller aufs Papier (bzw. in den Computer) zu bringen. Wir drücken alle Gelenke dafür.

In Verehrung,
Jadschudsch&Madschudsch

P.S.: Wir werden bald von hier fortgehen. Unsere Nicht-Tar­nung ist nicht mehr si­cher. Du brauchst also kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn du dich einmal verplappern solltest. Halte dich an Raoul, wenn du Kontakt aufnehmen willst. & sei so lieb, die­sen Zettel zu vernichten.«

Eine Mah-Jongg-Spiel & ein Band arabischer Mär­chen. Fein, Fein.

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