Skip to Content

HAUS DER HALLUZINATIONEN

Roman in Arbeit.

+++ Stellt euch vor: die Erde +++ Europa, die Alpen +++ Stellt sie euch vor – die Schwei­zer Alpen +++ Dort stellt euch ein abgelegenes Seitental vor, wie eine Scharte im Biss der Berner und Walliser Berg­reihen +++ Der Glet­scher, dessen Kriechung sich hier ein­gekerbt hat, schmolz über die Zeit ein Stück ab und hinterließ einen Fluss +++ Am hinteren Ende das Tals und Ursprung des Flusses, stellt euch auf dem südlichen Schatt­hang ein Hotel inmitten der eisi­gen Witte­rung vor; in seinem Rücken von Fich­ten und Lärchen umstellt, ein paar kleine Chalets an seiner steinernen Seite +++ Es blickt herab auf das Tal, auf das Blau-, Dick- und Höckerhorn ihm gegenü­ber und zum Glet­scher zu seiner Rech­ten hin­auf +++ Grand Hotel Paramontana steht auf einem Schild über dem Eingang +++ So riefen es noch die Men­schen, als es begann +++

Schnelle geschickte Schnitte, sieben Haupt-, zahlreiche Nebenfiguren. Ihre Wege kreuzen sich in einem Hotel tief in der Schweiz. Da liegt es, einsam – und ist doch verbunden mit der Welt. Hier wird versteckt, spioniert, geforscht. Erholung? Aber ja. Winter 1996, die Bilder- und Überwachungszeit beginnt, die New Econo­my boomt. Spitzel, Sex and Drugs, ein Alter, ein Fremder, Wetter und Geld. Dazu ein Kind sowie ein undurchsichtiger Hotelbesitzer. Das Paramontana, ehrwürdig, ein wenig, alt, exzentrisch im Schnee gelegen, spekuliert. Vor allem aber hört es – und wird klüger.
Und wir erraten den Rest. Denn wie jeder Horrorfilm lehrt, wie jede Komödie zeigt: nichts ist schöner, als selbst die Puzzleteile zusammenzusetzen und die ei­gene Phantasie spannungsvoll in Gang gebracht zu sehen.
(Ulrike Draesner)

Der Aufbruch ins Internet- und Globalisie­rungs-Zeital­ter mit seinem Auflösungsprozess alter Gewissheiten – und die dagegen verbindende Kraft des Hörens: Mehrere Perso­nen treffen im Februar 1996 unverhofft im Hotel Paramontana, gelegen in einem ver­schlafenen Schwei­zer Alpental, aufeinander. Unvermeidlich enthüllen sich auf engem Raum und im Lauf einer turbulenten Woche nicht nur all ihre akustischen Vorlieben, Sinnsuche­reien und Phantasie-Projektionen, es wird auch manche Fra­ge an unsere di­gitale Zukunft, um die heute erbitterte Kämpfe toben, mit viel Hoffnung aber auch Nai­vität erstmals diskutiert – bis sich im rauschenden Fa­schings-Finale die Zukunft als selbst im Herrgottswinkel längst schon anwesend entpuppt.
HAUS DER HALLUZINATIONEN
ist Teil einer losen Tri­logie, die sich mit den Auswirk­ungen der Digitalisie­rung/Vernetzung auf unser Leben und unsere mediale Wahr­nehmung der Wirk­lichkeit um die Jahrtausend­wende beschäftigt.

Die Arbeit an HAUS DER HALLUZINATIONEN wurde gefördert von der"Autorenwerkstatt Prosa" 2008 des Literarischen Colloquiums Berlin. Ein Textauszug ist auch im Märzheft der vom LCB herausgegebenen „Sprache im technischen Zeitalter" (SpritZ) nachzulesen. Außerdem gibt es eine Audio-Leseprobe auf literaturport.de.


Auszug als PDF

Interessierte Verlage können das vollständige Manuskript bzw. ein Exposé mit weiteren Leseproben gerne hier bei mir anfordern.

Bisherige öffentliche Lesungen:
- 30. April 2009 im literarischen Salon des Allianz-Treptowers in Berlin
- 31. März 2009 im Literarischen Colloquium Berlin
- 13. März 2009 im Glashallenforum der Leipziger Buchmesse

Tagged in: