Alle Artikel mit dem Schlagwort “New Fabulism

Kommentare 4

Phantastik ist Wahrheit

Eine ernsthafte poetologische Auseinandersetzung mit dem Thema „Wie und wozu braucht es Phantastik, was kann sie leisten“ jenseits der aktuell dominierenden Groschenheftfantasy wird meines Wissens leider von nur sehr Wenigen geführt. Eine rühmliche Ausnahme bildet Dietmar Dath. Bereits  in seinem Essayroman Die salzweißen Augen. Vierzehn Briefe über Drastik und Deutlichkeit streifte er das Thema, entstammen doch diejenigen Filme und Texte, die bewußt mit Drastik und Deutlichkeit operieren, häufig den phantastischen Genres. Kein Wunder, schon Todorovs Phantastiktheorie hält ja fest, das gerade das Phantastische einer nah am Körperlichen gelegenen und eindeutig-deutlichen Realitätsfolie bedarf, aus der das Phantastische erst hervortreten kann – um sich dann z.B. als „Horror“ wieder als gewaltsames und Realitätskategorien irritierendes Ereignis in den Körper einzuschreiben.
Nun also hat Dath den Phantastischen Erzählungen ein ganzes Kapitel in seinem neuen, vielgeschmähten Buch Der Implex (verfasst mit Barbara Kirchner) gewidmet. Der Frage, inwieweit die Kritik an diesem ehrgeizgen Bloch-Update berechtigt ist, soll hier nicht weiter nachgegangen werden – nur so viel: Mit ihrem verschwurbelt-verschachtelten und vor Paranthesen und (häufig in Klammern befindlichen) Nebenparanthesen  nur so strotzenden Duktus haben die beiden Autoren der Lesbarkeit ihres Anliegens keinen Gefallen getan. Aber zur Sache: Ich zitiere hier zwei Stellen, die im Zusammenhang mit meinem eigenen Fokus interessant sind: Weiterlesen