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Die Aufgabe des Theaters

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Das Theater soll uns in bester Biedermeier-Tradition ein ideales Leben vorspielen und uns das Gefühl geben, daran teilzuhaben. Dieses nur notdürftig kaschierte Kuschelbedürfnis hat sich absurderweise auch längst in jenes Theater eingeschlichen, das den Anspruch hat, ein politisches zu sein.
Das Theater unserer Tage macht sich der Politik ähnlich, anstatt diese zu unterlaufen oder gar aus der Position der Autonomie, des riskanten Experiments, vielleicht auch des Scheiterns heraus ganz neue Horizonte aufzuzeigen und so andere Lösungsansätze zu entwickeln. Bloß keine Unschärfe. Und schon gar keine Ironie. Keine Verunsicherung. Alles soll seine Richtigkeit haben und gut und nützlich sein. Das Theater als Fortsetzung des Leitartikels.(…)
Meine Strategie war stets, dass der Kritisierende sich selbst ins Zentrum der Kritik stellen muss, um glaubwürdig zu sein.(…)
Wir sind Ödipus. Egal wie kritisch wir uns mit den Ursachen der Pest auseinandersetzen, wie sehr wir dagegen sind und wie schön wir dies in einem einfachen Hauptsatz formuliert kriegen: Wir sind es selbst! Sich dieser Erkenntnis auszusetzen und damit umzugehen, wäre die Aufgabe des Theaters. Ohne sich hierzu zu verhalten, wird kein zeitgenössisches Theater wirklich politisch und aufrichtig sein.
Nicolas Stemann: Wir sind Ödipus. Überlegungen zum politischen Theater der Gegenwart

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Traumprotokolle („Die Träume von uns“ Kick-Off)

18+19.12. 20:00 Theateratelier Bleichstraße 14h, Offenbach
10.- / (5.- für unsere Crowdfunding-Unterstützer !!)

Verraten Träume unser aller Zukunft?

Die Theatergruppe helfersyndrom gibt eine Lesung aus Traumprotokollen u.a. von Theodor W. Adorno, Heiner Müller und der Traumsammlung Das dritte Reich des Traums von Charlotte Beradt sowie aus Traumtexten von Lars Popp zum Besten. Dazu gewährt Rahel Seitz Einblick in ihre herrlichen kleinen Traumtheaterboxen. Der Abend ist eine Einführung auf das im April 2015 premierende Theaterprojekt Die Träume von uns und zugleich Startschuss für die vorbereitende kollektive Traumsammlung. Außerdem könnt ihr die Bewegung/Technik des Social Dreaming kennenlernen, wenn wir über das Projekt eine kleine Traummatrix durchführen.

Eine Auswahl der gesammelten Träume wird übrigens auch in einem Traumprotokolle-Büchlein im Hablizel-Verlag erscheinen.

Was, wenn die Zukunft schon stattfindet – in unseren Träumen? Was, wenn wir unsere Träume untereinander teilen? Was, wenn auf diese Weise eine große Sammlung entsteht: von Träumen verschiedener Nationen, Berufsfeldern, von Alten und Jungen? Was, wenn unsere Träume die Welt verändern? 

Die Träume von uns wird gefördert von der Crowdfunding-Initiative „kulturMut“ der Aventis Foundation, der Kulturstiftung der Offenbacher Sparkasse sowie dem Projekt „Lokale Ökonomie in Offenbach“ aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)