- Wörter, die zwar existieren, das zugehörige Phänomen aber noch nicht ausreichend genau beschreiben.
- Oder Wörter für Phänomene, die so (noch) nicht existieren.
- Oder Wörter, die (noch) nicht existieren, die wir aber dringend bräuchten, um die entsprechenden (existierenden und noch nicht existierenden) Phänomene genau zu beschreiben.
Das UNperfekte scheint immer noch exotisch zu sein. Dabei würde es überall dringend gebraucht: Offen bekannter UNperfektionismus könnte z.B. ein Gegengewicht bilden
- zur Kritik, die von der Kunst einen möglichst hohen Grad an Perfektion einfordert (wie z.B. die Jury des Berliner Theatertreffens).
- zu Politikern, die die perfekte Politik behaupten, die sie dann doch wieder reformieren müssen.
- zur Börse, die nur die perfekteste Performance belohnt - auf Kosten aller anderen.
Dann doch lieber bekennender UNperfektionist sein!
In Abgrenzung zum Hauptkriterium der Jury des Berliner Theatertreffens strebt der UNperfektionismus zum UNbemerkenswerten. Da heute nur bemerkt wird, was zugleich marktgängig, massentauglich, und medial überrepräsentiert ist, muß das UNbemerkenswerte im Bereich der Geschenk-Ökonomie, des laienhaften Spezialistentums (siehe UNprofessionell) und des unterrepräsentierten Provinziellen verortet werden. Ist also UNbedingt UNersätzlich für uns alle heute.
Erklärt sich von selbst...