Skip to Content

Das UNmögliche nicht einfach in das Allgemeine assimilieren, sondern es Ausstellen wie die Populärkultur. Dem UNmöglichen aber zugleich immer Form verleihen wollen wie die Hochkultur. Post-Pop-Art sozusagen - aber im Sinne einer hochkulturellen Neu-Durcharbeitung des Pop: ein Paradox, POPP-Art also. Wer es noch unverständlicher wissen will, lese diesen Essay von Friedrich Friederichsen. Mehr Informationen zum Paradox der PoppKultur gibt es hier.

Alles zu Theorie und Theater der PoppKultur findet man unter HIRN HAND HERZ der Arbeitspalette. Wer oben auf ein Bildchen klickt, gelangt direkt zu einer Inszenierung.
Bücherwürmer können sich durch die Exzerpte aus den Wechselwetterwolken fressen.
Außerdem kann man sich im UNversum bzw. der zugehörigen UNcyclopedia über diverse UNdinge informieren. Oder auch selbst über solche berichten.
Gäste können - unter Angabe der Email - kommentieren. Wer sich (unten links) registriert, kann darüberhinaus selbst UNartikel verfassen.


HIRN

Thesen, Essays, Reflexionen

Übersicht

Online auf popp-art.com

Veröffentlichungen

  • "Zwischen Meuten und Maschinen - Theater der Vernetzung." In: Frank Bonczek (Hg.): Theatralität Online! Positionen für eine theatrale Online-Interaktionspädagogik. Lingener "Reihe für Theaterpädagogik". Schibri-Verlag, 2010
  • Jens Heitjohann, Steffen Popp: "Redirecting the Net - Theatrale Streifzüge zwischen Biotechnologie und Semiotik."
    In: Christoph Bieber, Claus Leggewie (Hg.): Interaktivität. Ein
    transdisziplinärer Schlüsselbegriff. Reihe "Interaktiva". Campus
    Verlag, 2004
  • Shakespeare goes Gothic. Horror und Phantastik im Drama am Beispiel von "King Lear". Schriftenreihe und Materialien der Phantastischen Bibliothek Wetzlar, Band 62. Wetzlar: Phantastische Bibliothek, 2004.

Die Aufgabe

Wir wälzen. Vor uns der Gipfel. Wir sind keine Opfer unserer Verhältnisse, wir sind Subjekte! Unsere Strafe ist keine Strafe. Wir wälzen. Vor uns der Gipfel. Wir wollen das. Wir führen ein selbstbestimmtes Leben. Wir verantworten uns vor uns selbst. Wir sind selbstverantwortlich. Wir haben uns Freiheiten genommen, widersprochen. Und das auch noch performativ. Klar hat das Folgen. Wir würden auch jederzeit wieder rebellieren. Und versuchen, den Tod zu überlisten. Wir wälzen. Vor uns der Gipfel. Wir blicken nur nach vorne, nie zurück. Sowieso ist unsere Geschichte unübersichtlich.

Theatertoyotatollwuttext

Künstler – was die tun, kann man nicht Arbeit nennen.
(Gustave Flaubert: Wörterbuch der Gemeinplätze. Zürich. Hafmans, 1998)

Hallo, hier spricht der Autor! Damit ich auch mal für 15 Minuten hier vorkomme! Damit hier auch mal ein Mann vorkommt! Noch stellen wir schließlich die Mehrheit auch in der Kreativwerkbranche! Okay, eigentlich ja der Herr vom KBB. Künstlerisches Betriebsbüro. Also Verwaltung. Durch mich gehen eigentlich so alle Abläufe hindurch. Im Theater funktioniert das nämlich gar nicht anders als bei Toyota. Nur liefern wir nicht kontinuierlich Qualität wie die, warum auch immer. Aber was ich sagen wollte: Nebenbei bin ich eben auch wirklich kreativ! In der Verwaltung gehen ja eine Menge Geschichten durch mich durch. Und die gehen dann eben auch manchmal mit mir durch und werden zu was Kreativem. Sie haben sicher schon von mir gehört.

UNKunst

Es gab keine Parks im Stadtzentrum von Nio, Grund und Boden waren zu kostbar, sie für Annehmlichkeiten zu verschwenden. Er geriet tiefer in die breiten, glitzernden Straßen, durch die er schon so oft geführt worden war. Er kam zur Saemteneviastraße und überquerte sie hastig, da er eine Wiederholung des Alptraums vermeiden wollte. Jetzt war er im Bankenviertel. Banken, Bürogebäude, Verwaltungsgebäude. War ganz Nio Esseia so? Riesige, glänzende Kästen aus Stein und Glas, enorme, prunkvolle, überdimensionale Pakete, leer, leer.
Als er an einem Erdgeschoßfenster mit der Aufschrift Kunstgalerie vorbeikam, trat er ein, weil er glaubte, er könnte der moralischen Klaustrophobie der Straßen entkommen und Urras' Schönheit in einem Museum wiederfinden. Aber alle Bilder in dem Museum waren mit Preisschildern an den Rahmen versehen. Er betrachtete einen kunstvoll gemalten Akt. Auf einem Schild stand 4.000 IWE. "Das ist ein Fei Feite", sagte ein dunkler Mann, der lautlos an Sheveks Ellbogen auftauchte."Vor einer Woche hatten wir noch fünf. Der größte Hit auf dem Kunstmarkt seit langem. Ein Fete ist eine sichere Investition, Sir."
"Von viertausend Einheiten können in dieser Stadt zwei Familien im Jahr leben", sagte Shevek.
Der Mann sah ihn an und sagte gedehnt: "Ja, Sir, dies ist eben Kunst."
"Kunst? Ein Mensch macht Kunst, weil er muß. Warum wurde das gemacht?"
"Sie sind Künstler, nehme ich an", sagte der Mann jetzt unverhohlen unverschämt.
"Nein, ein Mann, der Scheiße erkennt, wenn er sie sieht!" Der Kunsthändler wich zurück. Als er außer Sheveks Reichweite war, sagt er etwas von Polizei. Shevek verzog das Gesicht und verließ die Galerie.

(Ursula K. Le Guin: Die Enteigneten. Bellheim: Phantasia Paperback, 2006, S. 194)

Siehe auch UNerklärliche Kunst.

Die Genrefrage: Neuer Slipstream Fabulismus oder kybernetische Lexikofiktion?

Gerade im Begriff, das letzte Kapitel meines Haus der Halluzinationen in Angriff zu nehmen, beschäftigt mich mal wieder sehr die von mir geflissentlich ignorierte Frage, welches Genre-Etikett ich ihm aufpappen könnte, um ihn besser unter die Leute bringen zu können.

UNerklärliche Kunst

Neu: THEATRALITÄT ONLINE!

Bisher hat sich die Theaterpädagogik wenig mit dem kommunikativen Feld Internet bzw. Onlinekommunikation auseinandergesetzt: Zu weit scheinen die an leiblicher Kopräsenz orientierten Arbeitsweisen theaterpädagogischer Methoden von den telepräsenten, textbasierten oder visuellen Welten des Internet entfernt zu sein.
Ausgangspunkt und Ziel dieses Bandes ist die Suche und Bestimmung von Ansatzpunkten theaterpädagogischer Arbeitsweisen entlang der Theatralität der Onlinekommunikation. Es werden Aufsätze verschiedener AutorInnen aus Theorie und Praxis des Theaters versammelt, die unter der Perspektive der Theatralität Aspekte und Problemstellungen onlinebasierter Kommunikationswege beleuchten.
Die Auseinandersetzung mit den Neuen Medien wird auch für TheaterpädagogInnen relevanter, da mittlerweile viele interpersonale Kommunikationsprozesse (sowohl privat als auch beruflich) in textbasierter Form online verlaufen und das Internet durchaus polarisiert zwischen der Faszination für die virtuellen Welten und der Sorge vor dem Verlust realer Erlebnisse.

Steffen Lars Popp steuerte den Aufsatz "Zwischen Meuten und Maschinen - Theater der Vernetzung" bei.

Mehr Infos direkt beim Schibri-Verlag, wo das Buch genauso erworben werden kann (zum Preis von 15,00 €), wie bei Amazon.

Die Wahrheit der Kunst im Zeitalter des Digitalen

- Plädoyer für die Passion des Paradoxes -

Wahrheit ist eine Ameisenidee. Viel wichtiger als Wahrheit ist Phantasie.
(Heiner Müller)

PROLEGOMENA

-In der Kunst gibt es weder eine Autonomie beanspruchende Poetik oder Theo­rie noch eine autonome Praxis. Das eine ist nie ohne die Kritik durch das ande­re denk- und machbar. Theorie und Praxis der Kunst sind ein auszuhaltendes produktives Paradox.

-Dieser Text versucht sich also an einem unmöglichen Diskurs: einer Art para­doxalen und unabgeschlossenen Phänomenologie / Philosophie der künstleri­schen Theorie und Praxis. Er folgt einerseits dem Gestus einer kühnen Behauptung, andererseits dem eines work in progress.

-Ein Paradox besteht aus zwei sich gegenüberstehenden Polen, deren Spannungs­verhältnis in einem weder dialektischen (nach Synthese strebenden) noch dis­junktiven (sich beide Pole unterordnenden) Dritten ausgehalten wird. Die fol­gende Fragmente behaupten für die ersten beiden Elemente die Namen Phanta­sie und Physis, für das dritte den Namen Pathos.


Vollständiger Text als PDF

Shakespeare Goes Gothic

Mal wieder eine Arbeit über Shakespeare also, noch dazu über den ausgiebig besprochenen »King Lear«. Um sie zu rechtfertigen: Sie will sich dem Klassiker aus einer selten angewandten Perspektive nähern: mit Fragestellungen aus der Erzähltheorie. (...)
Zwei eng miteinander verzahnte Problemkomplexe stehen im Mittelpunkt:
die Untersuchung des Dramas in Bezug auf Schauertechniken einerseits, seine Stellung im Feld der phantastischen Literatur andererseits. (...)
Warum ausgerechnet »King Lear«? Begegnen wir in »Hamlet«, »Macbeth« und »Titus Andronicus« immer wieder Elementen des Grauens und der Phantastik (Hexen, Prophezeiungen, Geistern und vor allem Morden), läßt sich in »King Lear« auf den ersten Blick nicht viel davon ausmachen –- außer die selbst innerhalb Shakespeares ŒOuvre außerordentliche Grausamkeit der Morde und das zentrale Thema des Wahnsinns.
Eben dieses Thema, Motiv auch zahlreicher phantastischer Geschichten, wird sich im Laufe der Arbeit als zentraler Anknüpfungspunkt erweisen. Er erlaubt es uns, über die Konzepte der unreliable narration und der possible worlds eine Brücke von der Dramenanalyse zur Erzähltheorie zu schlagen.

Überarbeitete und erweiterte Hausarbeit im Rahmen eines Seminars zum Thema »Faszination des Grauens« am Institut für Anglistik der Justus-Liebig-Universität Gießen.


Textauszug als PDF

Das Büchlein kann über die Phantastische Bibliothek Wetzlar für 5.- € erworben werden.

Coburgs Weg ins Dritte Reich

Analyse der völkischen Bewegungen in meiner Heimatstadt 1919 bis 1931. Überarbeitete Facharbeit Geschichte.


Vollständiger Text als PDF

Weiterführende Links:
Coburg in der Zeit des Nationalsozialismus
Braune Keimzelle

Inhalt abgleichen