Das Zuvorkommende (VI): Die UNfreiheit der Kunst

Freiheit als Freiheit für den anderen, als Verantwortung der Personalisierung, in dessen Verlauf der Mensch versucht, etwas aus dem zu machen, wozu man ihn gemacht hat? (…) Die Annahme eines Für-den-anderen des Subjekts könnte hierbei hilfreich sein, denkt sie doch das Subjekt als ein vom anderen (Menschen) her entfacht und so immer schon als verantwortlich. (…) Eine Verantwortung der Form für den Anderen befreit das Künstlersubjekt von der abgründigen Langeweile narzisstischer Depression und könnte das Subjekt der Kunst, das heißt das Werk, von vielen toten Theorien und Reduktionismen ideologiekritischer, kulturpessimistischer und kunstmetaphysischer Provenienz, freistellen.
Wilfried Dickhoff: Das Zuvorkommende. Eine Kunstkritik. Zürich-Berlin: Diaphanes, 2009, S. 41

Siehe auch UNtransparenz und das Spiel des Narziss.